Schwache Wurfquote, bittere Pleite: „Dritte Herren“ verliert 31:32 gegen Kall
Am Sonntagabend, den 25. Januar 2026, empfing die HSG Siebengebirge III den Kaller SC 1922 zum Kreisoberliga-Duell am Sonnenhügel in Oberpleis. In einer über lange Strecken offenen und intensiven Partie mussten sich die Grün‑Blauen am Ende jedoch denkbar knapp mit 31:32 geschlagen geben. Eine Niederlage, die aufgrund des Spielverlaufs besonders bitter ausfiel – denn Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen, hatte die HSG mehr als genug.

Die Anfangsphase begann ausgeglichen. Nach dem frühen 0:1 glich die HSG sofort aus und wenig später lag sie mit 3:2 in Führung (4. Minute). Anschließend übernahmen jedoch die Gäste aus Kall zunehmend die Kontrolle. Während der HSG im Angriff immer wieder technische Fehler unterliefen und klare Chancen ungenutzt blieben, agierte Kall im Abschluss deutlich effizienter. Zwischen der 5. und 12. Minute geriet Siebengebirge so mit 5:9 ins Hintertreffen.
Die Gastgeber kämpften sich dennoch beherzt zurück. Ein 4:0‑Lauf brachte die HSG wieder in Schlagdistanz und in der 16. Minute fiel der 9:9‑Ausgleich. Dennoch gelang es der Mannschaft nicht, die hohe Fehlerquote und den Chancenwucher abzustellen. Die Gäste, die nur mit elf Spielern ins Siebengebirge gereist waren, blieben stabil. So entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, das vom 11:12 (20.) über 13:14 (25.) schließlich beim Stand von 15:15 in die Halbzeitpause ging.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie spannend und umkämpft. Der Kaller SC erwischte den besseren Start und setzte sich bis zur 37. Minute auf 17:20 ab. Doch die HSG gab sich nicht geschlagen. Nachdem zuvor zwei Siebenmeter verworfen wurden, verwandelte die HSG endlich wieder einen Strafwurf und weitere Treffer brachten die Gastgeber bis zum 20:20 (39. Minute) heran. Die Begegnung war erneut völlig offen.
Trotz dieser starken Phasen gelang es Siebengebirge jedoch nicht, das Spiel dauerhaft zu drehen. Immer wieder blieben Großchancen ungenutzt; hinzu kamen weitere technische Fehler und insgesamt drei verworfene Siebenmeter. In dieser Phase agierte Kall glücklicher und mit den besseren Abschlüssen. Die HSG tat sich hingegen schwer, auch weil HSG-Torwart Tobias Winterscheid von seiner davor stehenden Abwehr immer wieder im Stich gelassen wurde. So konnten die Gäste ihren zuvor herausgespielten Vorsprung mehrfach wiederherstellen (24:25, 47. Minute). In der Schlussphase wuchs der Rückstand auf drei Treffer an (27:30, 54. Minute), ehe die HSG noch einmal alles in die Waagschale warf. Zwei schnelle Tore brachten Siebengebirge bis auf 29:30 heran, doch zum Ausgleich reichte es nicht mehr. So stand am Ende ein 31:32 auf der Anzeigetafel.
Besonders deutliche Worte fand der sichtlich enttäuschte HSG Trainer Achim Lindner nach dem Abpfiff: „Auch 24 Stunden nach Abpfiff bin ich immer noch extremst verärgert über diese absolut unnötige Niederlage und die Leistung meiner Mannschaft. Sehr fahrig mit jeder Menge technischer Fehler und mangelnder Konzentration im gesamten Spiel. Das war einfach nicht die Einstellung, die man in so einem Spiel braucht, um Punkte zu gewinnen. Dabei wäre ein Sieg wirklich ganz leicht möglich gewesen, hätte man nur einen Bruchteil der 100%-Chancen genutzt, die sich ergeben haben. Ich bin ziemlich enttäuscht von diesem Auftritt.“
Damit steht eine Niederlage zu Buche, die in dieser Form völlig unnötig war. Die HSG zeigte zwar phasenweise gute Ansätze, brachte diese jedoch nicht konstant genug auf die Platte und ließ eine Vielzahl klarer Möglichkeiten liegen. Neben drei vergebenen Siebenmetern wurden zudem mehr als ein Dutzend bester Torchancen ausgelassen – und der gegnerische Torwart wurde in der zweiten Halbzeit regelrecht zum Helden geschossen.

Die beiden eingeplanten Punkte blieben aus – ein herber Rückschlag. Entsprechend niedergeschlagen zeigte sich das Team nach dem Schlusspfiff, zumal die Tabellensituation zunehmend ungemütlich wird. Um nicht weiter in Bedrängnis zu geraten, braucht die HSG in den kommenden Wochen dringend Zählbares. Aber die Aufgaben werden nicht leichter. Am kommenden Sonntag, den 1. Februar, geht es um 17:00 Uhr zum HV Erftstadt, der mit 5:13 Punkten einen Platz vor der HSG steht. Es wird ein richtungsweisendes Spiel – “Verlieren verboten”, wenn man im Tabellenkeller nicht weiter den Anschluss an die darüber liegenden Mannschaften verlieren will.
Es spielten und trafen für die HSG: Tobias Winterscheid (Tor); Felix Steinhauer (10/1), Jac Nils Tiffe (7), Linus Wijbenga (4/1), Paolo Klein (4), Philipp Meyreis (2), Joona Rey (1), Florian Schuster (1), Karim El Gharbi (1), Luca Ahlhorn (1), Thomas Reifer, Constantin Kopp
HSG olé


