C1-Juniorinnen der HSG schaffen nach zäher Vorbereitung Qualifikation für Oberliga
Nach den Osterferien startete das Team von Trainer Armin Müller-Reckers hoch motiviert in die Vorbereitung auf die anstehende Qualifikationsphase für die Saison 2025/2026. Mit drei Trainingseinheiten pro Woche und einigen Testspielen wollte man sich fit machen für das große Ziel Oberliga. Doch von Beginn an steckte ein wenig der Wurm drin. Verletzungen, Erkrankungen, geplante Krankenhausaufenthalte und private Verpflichtungen führten dazu, dass kaum eine Trainingseinheit von der kompletten Mannschaft absolviert wurde.
Trainingsspiele gegen den TV Engers (16:35) und die JSG Welling/Bassenheim (28:27) konnten nur mit personeller Unterstützung aus der C2 absolviert werden. Bei der Kreisqualifikation im Mai konnte man deutlich merken, dass das Team noch nicht auf Top-Niveau angekommen war. Mit drei klaren Siegen gegen Erftstadt, Bonn 2 und der eigenen zweiten Mannschaft bei einer deutlichen Niederlage gegen Bonn 1 konnte zumindest der erhoffte zweite Platz und damit die Teilnahme an der Nordrheinqualifikation am vergangenen Wochenende erspielt werden.
Diese stand aber wiederum unter einem schlechten Stern. Gleich drei Spielerinnen der “ersten Sieben” fielen aus, eine vierte Handballerin hatte sich zwei Wochen zuvor bei einem Testspiel beim 1. FC Köln einen Finger gebrochen. Ohne Training und mit getapten Knochen lief sie trotzdem auf. Ebenso sprangen wieder Spielerinnen aus der C2 ein, was sich später als sehr vorteilhaft erweisen sollte. Trotz realistisch betrachtet nicht allzu großen Erfolgsaussichten, startete das Team erfrischend motiviert gegen BTB Aachen ins Turnier. Es entwickelt sich ein spannendes Spiel mit zunächst leichten Vorteilen für die Mannschaft aus Aachen. Nach der Hälfte der Spielzeit wechselte die Führung ständig und zwei Minuten vor Schluss gelang es den Siebengebirglerinnen erstmals, sich mit drei Toren abzusetzen. Am Schluss stand ein 12:10 aus Sicht der HSG auf der Anzeigetafel.
Noch spannender gestalteten die Mädchen die folgende Partie gegen den ASV Süchteln. Nach einem 0:2-Rückstand drehten die Grün-Blauen mächtig auf und schienen nach 14 Minuten beim Stand von 11:5 wie die sicheren Siegerinnen. Süchteln konterte jedoch und erzielte 10 Sekunden vor Spielende den 13:13–Ausgleich. Hellwach spielten die HSGlerinnen mit einer schnellen Mitte und zwei Pässen ihre Linksaußen frei, die nur noch durch ein Foul gestoppt werden konnte. Das Resultat: Siebenmeter in der letzten Spielsekunde! Dieser wurde sicher verwandelt und mündete in einen ohrenbetäubenden Jubel. Mit 4:0 Punkten standen die HSG-Mädchen neben den Favoritinnen des Bergischen HC völlig unerwartet an der Tabellenspitze.
Am zweiten Turniertag stand zunächst das Spiel gegen den körperbetont spielenden TK Nippes auf dem Plan. Wenn man diese Begegnung gewinnen würde, war man so gut wie sicher in der erträumten Oberliga. Wieder war es kein Spiel für schwache Nerven. Keine Mannschaft konnte sich absetzen, wenn man von einer 3-Tore-Führung der HSG nach 15 Minuten absieht. In einer aufreibenden Schlussphase mit Zwei-Minuten-Strafen und einer Roten Karte für Nippes erzielte die HSG schon mehr als zwei Minuten vor Spielende den 13:12–Siegtreffer. Danach zitterte und kämpfte sich das Team bis zur Schlusssirene. Die Oberliga-Qualifikation war geschafft!!

Einen großen Anteil an dem Erfolg hatten die Joker aus der C2 der HSG. Sie fügten sich nahtlos in das Spiel der „Großen“ ein, erzielten etliche Tore und standen ihre Frau in der Abwehr – Chapeau! Die beiden bedeutungslos gewordenen Begegnungen gegen den TV Korschenbroich und den Bergischen HC konnte man schnell abhaken. Die Luft war spürbar raus, die Erschöpfung riesengroß, die Spiele gingen deutlich verloren. Nach den Sommerferien startet das Team früh in die lange Meisterschaftsrunde: Schon am 13.9. geht es am heimischen Sonnenhügel gegen den Turnverein Biefang in die neue Oberliga-Saison 2025/2026.
HSG olé


