Starke Defensive und lange Führung, doch unnötige Fehler kosten Punkte
Die dritte Herrenmannschaft der HSG Siebengebirge hat am vergangenen Samstagnachmittag eine starke Ausgangslage nicht in Zählbares ummünzen können. Beim Heimspiel gegen die HSG Geislar‑Oberkassel II in der Sporthalle der Grundschule am Sonnenhügel in Oberpleis unterlag das Team trotz überzeugender Phasen mit 22:25 (10:9). Über weite Strecken präsentierte sich die „Dritte“ kämpferisch, defensiv stabil und spielerisch auf Augenhöhe, verschenkte einen möglichen Sieg jedoch durch eigene Unkonzentriertheiten in der Schlussphase.
Die HSG erwischte einen optimalen Start in die Partie. Mit viel Zugriff in der Abwehr und konsequent ausgespielten Angriffen erspielten sich die Gastgeber über das 1:0 (1.) und 2:0 (6.) früh eine 3:0‑Führung (8.). Auch in der Folge bestimmte die HSG das Geschehen. Besonders aus einer bärenstarken Defensive heraus fand man immer wieder Lösungen im Angriff und setzte sich zwischenzeitlich auf 6:2 (15.) sowie 8:5 (19.) ab. Geislar tat sich schwer, gegen die kompakte Abwehrstruktur Lösungen zu finden, hielt sich jedoch über verwandelte Siebenmeter im Spiel. Trotz einzelner vergebener Chancen und eines ausgelassenen Siebenmeters blieb die HSG tonangebend. Kurz vor der Pause legte das Team noch einmal nach und ging mit einer knappen, aber verdienten 10:9‑Führung in die Kabine. Zu diesem Zeitpunkt sprach vieles für die Gastgeber.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst eng. Geislar glich zum 10:10 aus, doch die HSG antwortete umgehend und hielt den Gegner weiter auf Distanz. Über das 12:10 (34.) verteidigte die „Dritte“ zunächst ihre Führung. Eine Zeitstrafe brachte jedoch einen Bruch ins Spiel. Oberkassel glich zum 12:12 (37.) aus und nutzte die anschließende Schwächephase der Gastgeber konsequent aus. Ausgehend vom 12:10 entwickelte sich ein 5:0‑Lauf der Gäste, die bis zur 40. Minute auf 15:12 davonzogen und die Mannschaft von Trainer Joachim Lindner ins Straucheln brachten. In der Folge kämpfte sich die HSG jedoch zurück, verkürzte den Rückstand auf 13:16 (45.) und später auf 16:18 (51.).
Die Mannschaft bewies Moral, kämpfte sich weiter heran und hielt die Partie offen. In der Schlussviertelstunde entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch. Beim 17:18 (51.) und 19:21 (55.) war weiterhin alles möglich. In dieser Phase verpasste es die HSG jedoch, das Spiel erneut zu drehen. Unnötige Ballverluste, unkonzentrierte Abschlüsse und eine zunehmende Beschäftigung mit überforderten Schiedsrichterentscheidungen raubten den Fokus auf das eigene Spiel. Zudem erlaubte man es Geislars überragendem Rückraumspieler Stritzke, selbst in offener Manndeckung wiederholt in Ballbesitz zu kommen und das Spiel entscheidend zu prägen. Geislar nutzte diese Nachlässigkeiten routiniert aus, setzte sich auf 24:21 und 25:22 ab und brachte den Auswärtssieg am Ende abgeklärt über die Zeit. Für die HSG blieb die bittere Erkenntnis, dass an diesem Tag deutlich mehr möglich gewesen wäre.

HSG-Trainer Joachim Lindner bilanzierte nach der Partie entsprechend kritisch, aber auch anerkennend: „Erneut war das eine gute Leistung, vor allem defensiv. Wir stehen sehr stabil und erarbeiten uns eine sehr gute Ausgangslage. Umso ärgerlicher ist es, dass wir einen möglichen Sieg dann leichtfertig herschenken – durch wirklich unnötige Fehler, unkonzentrierte Abschlüsse und weil wir uns zu sehr mit den Schiedsrichtern beschäftigen, statt bei uns zu bleiben. Gerade in der offenen Manndeckung darf ihr bester Spieler so nicht mehr so häufig in Ballbesitz kommen. Das sind Dinge, die wir abstellen müssen. Mit einem Sieg hätten wir den vorzeitigen Klassenerhalt perfekt machen können. Diese Chance haben wir heute allerdings nicht genutzt.“
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt der „Dritten“ nicht. Bereits am Samstag, den 2. Mai, steht ein richtungsweisendes Derby an. Um 18:00 Uhr gastiert die HSG Siebengebirge III beim TuS Niederpleis in der Sporthalle St. Augustin‑Niederpleis I (Alte Markt Straße, 53757 St. Augustin‑Niederpleis). In dieser Begegnung entscheidet sich, ob die Dritte Herrenmannschaft auch in der kommenden Saison in der Kreisoberliga antreten wird oder den Gang in die Kreisliga antreten muss. Entsprechend hoch ist die Bedeutung dieser Partie. Die Grün-Blauen freuen sich über zahlreiche und lautstarke Unterstützung im “Pleiser Derby”.
Es spielten und trafen für die HSG: Stienen, Supplies (beide Tor); Klein (7), Thiemann (5/4), Steinhauer (3), Tiffe (3), Zerfowski (1), Reckers (1), Schuster (1), Ahlhorn (1), Hofner, Weber, Rohde, Kopp, Rey, Reifer
HSG olé


