Kreisliga-Herren der HSG verlieren hitziges Kellerduell 33:38 beim HV Erftstadt
Am Sonntagnachmittag, den 1. Februar 2026, gastierte die HSG Siebengebirge III im richtungsweisenden Kreisoberliga-Duell beim HV Erftstadt. In der Rotbachhalle entwickelte sich eine intensive, von vielen Unterbrechungen und Zeitstrafen geprägte Partie, an deren Ende sich die Grün‑Blauen trotz leidenschaftlichen Einsatzes mit 33:38 (19:18) geschlagen geben mussten. Besonders bitter: Über weite Strecken hielt die HSG gut dagegen und führte zur Halbzeit noch – doch eine frühe Disqualifikation und eine zunehmend einseitige Spielleitung erwiesen sich als spielentscheidend.
Die HSG erwischte einen guten Start in die Begegnung und erzielte nach zwei Minuten den ersten Treffer der Partie (0:1). Auch in der Folge präsentierten sich die Gäste wach, konzentriert und effizient im Abschluss. Von Beginn an war die Partie von hohem Tempo geprägt und entwickelte sich zu einem rasanten Tempohandball mit schnellen Abschlüssen auf beiden Seiten. Immer wieder fand das Team aus dem Siebengebirge Lösungen gegen die offensive Erftstädter Abwehr und setzte sich vom 2:4 (7. Minute) bis zur 9. Minute auf 5:7 aus Sicht der Hausherren ab. Auch nach den ersten zehn Minuten der Partie blieb die HSG spielbestimmend. Trotz früher Zeitstrafen gegen die HSG ließ sich Siebengebirge nicht aus dem Konzept bringen und behauptete beim Zwischenstand von 8:10 in der 15. Minute die Führung. Angeführt von einem treffsicheren Rückraum erhöhte die HSG den Vorsprung in der Folge weiter und lag in der 18. Minute mit 9:13 vorn, was den HV Erftstadt früh zu taktischen Anpassungen zwang.

Zwar kam der Gastgeber anschließend – begünstigt durch mehrere Siebenmeter und einfache Tore – wieder näher heran, doch die HSG behielt zunächst die Kontrolle über das Spielgeschehen. Auch in einer zunehmend intensiveren Phase mit mehreren Zeitstrafen auf beiden Seiten behielt die HSG die Spielkontrolle und führte zur 25. Minute weiterhin mit 13:14. Die HSG blieb konsequent im Tempospiel, suchte immer wieder den schnellen Abschluss und bestimmte über weite Strecken das Geschehen. In der 29. Minute folgte jedoch der erste Wendepunkt der Partie: Erik Weber sah die Rote Karte – eine Entscheidung, die der HSG fortan schwer zu schaffen machte. Zumal Luca Ahlhorn krankheitsbedingt fehlte und damit die personellen Optionen im Defensivzentrum frühzeitig aufgebraucht waren. Yannik Thiemann musste nahezu durchspielen, was im weiteren Verlauf zunehmend Kräfte kostete. Dennoch ging die HSG mit einer knappen, aber verdienten 19:18‑Führung in die Halbzeitpause – in einer ersten Hälfte, in der die Tore nahezu im Minutentakt fielen und beide Abwehrreihen nur selten wirklichen Zugriff bekamen.
Nach Wiederanpfiff zeigte sich ein verändertes Bild. Erftstadt kam aggressiv aus der Kabine und nutzte technische Fehler sowie Fehlwürfe der HSG konsequent aus. Innerhalb weniger Minuten drehte der Gastgeber das Spiel und setzte sich auf 24:21 (38. Minute) ab. Zwar kämpfte sich Siebengebirge immer wieder heran, doch der Rhythmus ging zunehmend verloren – auch begünstigt durch zahlreiche Zeitstrafen, Unterbrechungen und eine Spielleitung, die in der zweiten Halbzeit immer wieder zu Diskussionen führte.
In dieser Phase spielte vieles dem Matchplan des HV Erftstadt in die Karten. Während die HSG um Stabilität rang, zog der Gastgeber Tor um Tor davon und baute seinen Vorsprung vom 27:24 (43. Minute) auf 30:26 (46. Minute) aus. Trotz unermüdlichen Einsatzes, weiterer Treffer vom Siebenmeterstrich sowie großem Kampfgeist gelang es den Gästen nicht mehr, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Am Ende stand eine 33:38‑Niederlage, die sich deutlicher liest, als es der Spielverlauf über weite Strecken hergab.
Entsprechend enttäuscht äußerte sich HSG-Trainer Achim Lindner nach der Partie: „Leider haben wir trotz leidenschaftlichen Einsatzes und einer enorm kämpferischen Einstellung erneut keine Punkte mitgenommen. Knackpunkt war sicherlich die Entscheidung mit der Roten Karte gegen Erik. Dadurch gingen uns – auch weil Luca erkrankt war – nach 29 Minuten die Möglichkeiten im Defensivzentrum verloren, und Yannik musste durchspielen, dem dann irgendwann verständlicherweise die Puste ausging. Dazu kamen einige technische Fehler und Fehlwürfe nach dem Seitenwechsel sowie in der zweiten Halbzeit eine leider einseitige Spielleitung ohne jede erklärende Kommunikation, bei der sämtliche 50/50‑Entscheidungen gegen uns ausfielen. In einer sehr hitzigen Partie mit insgesamt zwölf Zwei-Minuten-Strafen wurde der Spielfluss immer wieder massiv unterbrochen, was letztlich dem HV Erftstadt in die Karten gespielt hat.“
So bleibt am Ende erneut die Erkenntnis, dass die HSG spielerisch und kämpferisch mithalten kann, sich jedoch in entscheidenden Phasen selbst um den Lohn bringt. Die vielen Zeitstrafen, der frühe personelle Aderlass und die fehlende Konsequenz nach der Pause verhinderten Zählbares. Die Situation im Tabellenkeller bleibt damit angespannt. Um den Anschluss nicht zu verlieren, muss die HSG in den kommenden Partien dringend punkten – mit der gezeigten Einstellung, aber mehr Konsequenz, Ruhe und auch etwas Spielglück.
Gelegenheit dazu bietet sich bereits am kommenden Samstag, den 7. Februar 2026, wenn die „Dritte“ bei der Zweitvertretung des TuS Niederpleis gastiert. Der TuS Niederpleis II rangiert derzeit mit 15:7 Punkten auf dem 3. Tabellenplatz der Kreisoberliga. Das Hinspiel am 15. November 2025 verlor die HSG noch mit 22:27. Es wartet also erneut eine schwere Aufgabe auf die Mannschaft von Coach Achim Lindner.
Es spielten und trafen für die HSG: Niklas Schwan, Tobias Winterscheid (beide Tor); Felix Steinhauer (9), Paolo Klein (8), Marvin Kunkel (4/4), Jac Nils Tiffe (3), Linus Wijbenga (3), Yannik Thiemann (3), Felix Reckers (2), Florian Schuster (1), Joona Rey, Constantin Kopp, Erik Weber
HSG olé


