Lehrgeld zum Saisonauftakt: 3. Herren unterliegen HV Erftstadt

Sechs Minuten zu viel: 3. Herren unterliegen Erftstadt 32:39

Lange hatten die 3. Herren auf ihr erstes Pflichtspiel hingefiebert, doch nach 30 Minuten war die Partie praktisch entschieden. Zur Pause lag die HSG gegen einen dezimierten HV Erftstadt mit 10:20 zurück. Die Antwort nach dem Seitenwechsel stimmte: Die zweite Hälfte ging mit 22:19 an die Gastgeber. Punkte gab es dafür trotzdem keine.

Die 3. Herren mussten lange auf den Saisonstart warten, denn das Spiel gegen die zurückgezogene Reserve des TuS Niederpleis war ausgefallen. Umso größer war die Vorfreude am Sonnenhügel, als am Sonntagabend endlich der erste Anpfiff ertönte. Der Gegner war der HV Erftstadt, angereist mit nur sieben Feldspielern und zwei Torhütern. Auf dem Papier war das eine Chance, auf dem Feld wurde es eine Lehrstunde.

Dabei begann alles nach Plan: Nach knapp drei Minuten traf die HSG zum 1:0. Es sollte die einzige Führung des Abends bleiben. Erftstadt schlug mit einem 4:0-Lauf zurück und lag nach siebeneinhalb Minuten mit 4:1 vorn. Die Bank reagierte mit einer frühen Auszeit. In Überzahl kämpfte sich die HSG mit zwei schnellen Treffern auf 3:4 heran und blieb bis Mitte der ersten Halbzeit in Schlagdistanz (5:6). Dann zog der Gast das Tempo an und traf dreimal in Folge, zweimal davon sogar in Unterzahl, zum 5:9. Mit phasenweise vier Rückraumspielern stellte Erftstadt die HSG-Deckung vor Probleme: Der Zugriff fehlte, und im Eins-gegen-eins ging ein Duell nach dem anderen verloren. Beim 7:9 in der 17. Minute keimte noch einmal Hoffnung auf, dann riss der Faden endgültig. Nach einer weiteren Dreierserie zum 7:12 und dem 8:12 nahm Erftstadt eine Auszeit, und die Gäste nutzten sie, um sich weiter abzusetzen. Zwischen der 23. und der 26. Minute traf der Gast sechsmal in Folge, schaltete immer wieder blitzschnell um und erhöhte auf 8:18. Über sechs Minuten lang fand die HSG kein Mittel. Zur Pause stand es 10:20, und das Spiel war entschieden, bevor es richtig begonnen hatte.

Nach dem Seitenwechsel zeigte die HSG ein anderes Gesicht. Der Ball lief schneller, die einstudierten Abläufe griffen, und vor allem der Rückraum kam nun zum Erfolg. Bereits nach 13 Minuten hatten die Gastgeber ihre Ausbeute aus der ersten Halbzeit verdoppelt. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, doch Erftstadt hatte lange auf fast jeden Treffer eine Antwort. Beim 18:29 in der 42. Minute betrug der Rückstand elf Tore, der höchste des Spiels. Die Mannschaft steckte trotzdem nicht auf: Nach dem 19:30 verkürzte sie mit drei Toren in Folge auf 22:30. Mit verschiedenen Ansätzen in Abwehr und Angriff versuchte sie, den Abstand weiter zu verringern, doch unter acht Tore kam sie lange nicht. Die Schlussphase gehörte dann der HSG: Mit einem 3:0-Lauf in den letzten drei Minuten stellte sie den 32:39-Endstand her. Die zweite Halbzeit gewann die HSG damit 22:19 und begegnete dem Gast in diesem Durchgang mindestens auf Augenhöhe. Der deutliche Endstand verdeckt das. Den Ausschlag gab die erste Hälfte, denn zehn Tore Rückstand zur Pause waren schlicht zu viel. Unterm Strich bleibt eine zweigeteilte Bilanz: 32 eigene Tore zeigen, dass der Angriff funktioniert, 39 Gegentore zeigen, wo die Baustelle liegt.

Trainer Achim Lindner redete nach dem Spiel nichts schön: „Das Ergebnis ist ernüchternd und spiegelt überhaupt nicht wider, was wir in der Vorbereitung investiert haben. In der Abwehr haben uns der Zugriff und die Aggressivität gefehlt, und im Eins-gegen-eins haben wir zu viele Duelle verloren.” Er blickte aber auch nach vorn: „Vielleicht holt uns dieses Spiel zur richtigen Zeit auf den Boden zurück. Positiv ist, dass wir im Angriff viele unserer Absprachen umgesetzt haben. Darauf können wir aufbauen.”

Das Potenzial ist also da. Jetzt gilt es, das über 60 Minuten auf die Platte zu bringen, vor allem in der Abwehr. Nach dem Auftakt stehen die 3. Herren ohne Punkte auf Platz neun, und viel Zeit zum Wundenlecken bleibt nicht. Schon am Samstag, 3. Oktober, geht es um 16 Uhr zur HSG Geislar-Oberkassel II in die Sporthalle Beuel-Ost. Das Ziel ist klar: die ersten Punkte der Saison. Beim ersten Auswärtsspiel freut sich die Mannschaft über jede lautstarke Unterstützung!

Es spielten und trafen: Paul Stienen, Felix Fauck (beide Tor) – Paolo Klein (9), Marvin Kunkel (4, 4/5 7m), Joona Rey (4), Felix Steinhauer (3), Yannik Simon Thiemann (3), Linus Wijbenga (3), Thorben Clingen (2), Martin Neumann (2), Jeffrey Kruppa (1), Jac Nils Tiffe (1), Bastian Block, Tobias Hofner, Milo Palmersheim, Florian Schuster

HSG olé